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Häufig gestellte Fragen

Gefährdungsbeurteilung und Explosionsschutz

Wer benötigt eine Gefährdungsbeurteilung?

Nach Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 5 hat jeder Arbeitgeber „durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.“

Ausgenommen sind nur Hausangestellte in Privathaushalten, Beschäftigte auf Seeschiffen und Betriebe, die dem Bundesberggesetz unterliegen.

Die Ansprüche an den Inhalt der Gefährdungsbeurteilung werden in den verschiedenen Verordnungen wie der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) oder Biostoffverordnung (BioStoffV) und den dazugehörigen technischen Regeln präzisiert.

Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig zu prüfen und unter Berücksichtigung des Standes von Wissenschaft und Technik anzupassen. Bei wesentlichen Änderungen muss die Gefährdungsbeurteilung ebenfalls neu durchgeführt werden.

Wer kann die Gefährdungsbeurteilung durchführen?

Eine Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV, BioStoffV oder GefStoffV darf nur von einer fachkundigen Person durchgeführt werden. Die Fachkunde setzt eine Berufsausbildung, Berufserfahrung oder zeitnah ausgeübte berufliche Tätigkeiten im fachlichen Umfeld der zu beurteilenden Gefährdung.

Was bedeutet Stand der Technik?

Darunter wird die Summe von Verfahren, Techniken und Methoden verstanden, welche in der Praxis den Schutz der Arbeitnehmer gesichert erscheinen lassen. Der Stand der Technik wird teilweise in den technischen Regeln (TR) durch die in verschiedenen Verordnungen benannten Arbeitsgruppen festgelegt, aber auch durch Vorschriften der Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungen sowie Normen.

Was ist eine Substitutionsprüfung?

Sollen Arbeiten mit Gefahrstoffe im Sinne der GefStoffV durchgeführt werden, so ist vor deren Aufnahme für jeden Gefahrstoff zu überprüfen, ob er durch einen mit geringerer Gefährdung ersetzt werden kann. Dies umfasst auch die Möglichkeit der Umstellung auf ein anderes Verfahren, bei welchem solche Gefahrstoffe eingesetzt werden. Die Durchführung der Substitutionsführung und deren Ergebnis sind zu dokumentieren. Insbesondere ist zu begründen, warum das Verfahren bzw. der Stoff gewählt wurde.

Wer benötigt ein Explosionsschutzdokument?

Bei einer Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV oder GefStoffV muss immer auch die Möglichkeit des Auftretens oder von Wechselwirkungen mit vorhandener explosionsfähiger Atmosphäre überprüft werden. Ist eines davon gegeben, so müssen in einem eigenen Explosionsschutzdokument festgehalten werden, dass die Explosionsgefährdung ermittelt und bewertet wurde, die erforderlichen Vorkehrungen getroffen und welche Bereiche in Zonen eingeteilt wurden.

Ebenso wie die Gefährdungsbeurteilung muss das Explosionsschutzdokument regelmäßig geprüft sowie bei wesentlichen Änderungen des Arbeitsverfahrens erneuert werden.

Wann kann eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten?

Jeder flüssige oder gasförmige Stoff, der als brennbar oder explosiv eingestuft ist, sowie Stäube von Metallen und vielen organischen Verbindungen (beispielsweise Holz oder Getreide) können eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Diese kann unter Umständen auch selbstentzündlich sein.

In sauerstoffreicher Atmosphäre, bei Anwesenheit von Peroxiden und vergleichbaren brandfördernden Stoffen oder Katalysatoren können auch sonst nahezu inerte Stoffe eine Explosionsgefahr darstellen.

Wäre es nicht günstiger, auf die Beurteilung der Explosionsgefahr zu verzichten und pauschal die höchsten Anforderungen zu stellen?

Die Einstufung eines Bereiches entsprechend des „worst case“ als Ex-Zone 0 bzw. 20 führt zu dem Problem, dass viele Betriebsmittel für diese Zonen gar nicht hergestellt werden. So scheitert es bereits an der Beleuchtung des Arbeitsbereiches, denn weder Lichtschalter noch feste Leuchtmittel werden für diese Zonen angeboten, eine künstliche Lüftung ist mangels entsprechend geschützter Ventilatoren und Drosselklappen ebenso wenig möglich. Zur Verhinderung elektrostatischer Entladungen müssen geeignete Bodenbelägen gewählt sowie alle metallischen Einrichtungsgegenstände geerdet werden. Diese Anforderungen übertragen sich auch auf das Abluftsystem, und da in Bereichen mit chemisch belasteter Abluft kein Stahlblech verbaut werden kann, müssen kostspielige schwer entflammbare, (ab)leitfähige Kunststoffe verwendet werden. Weiterhin darf nur spezielles funkenarmes Werkzeug eingesetzt werden, welches ebenfalls wesentlich teurer ist. Zusätzlich grenzt an einen Bereich der Zone 0 immer ein Bereich der Zone 1 an (beispielsweise in einem Nachbarraum), an welchen wiederum eine Zone 2 angrenzt. Für die Zonen 1 und 2 werden zwar nahezu alle Betriebsmittel angeboten, sind aber um ein Vielfaches teurer als ihre ungeschützten Varianten.

Entsprechend führt diese auf den ersten Blick besonders einfache Lösung zu erheblichen Problemen und Mehrkosten in der Umsetzung.

 

Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz

Wer benötigt einen Arbeitsschutzausschuss (ASA)?

Nach ASiG § 11 ist ein ASA in allen Betrieben mit mehr als 20 Vollzeitbeschäftigten zu bilden. Teilzeitbeschäftigte zählen bei einer Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden als 0,5, bei nicht mehr als 30 Stunden als 0,75 Vollzeitbeschäftigte. Zu den Beschäftigten zählen auch Leih- und Zeitarbeiter. Der ASA berät Anliegen der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung.

Wer benötigt einen Betriebsarzt?

Nach ASiG § 3 gehört zu den Aufgaben des Betriebsarztes auch, den Arbeitgeber bei Fragen der Arbeitsphysiologie, ‑psychologie, ‑hygiene und Ergonomie zu beraten. Da diese Fragen in jedem beliebigen Betrieb relevant sind, muss jeder Arbeitgeber mindestens einen Betriebsarzt bestellen, welcher auch im Betrieb angestellt sein kann. Die jährliche Einsatzzeit des Arztes richtet sich nach der Anzahl der Arbeitnehmer und dem Gefährdungspotential.

Wer benötigt eine Fachkraft für Arbeitssicherheit?

Nach ASiG § 6 gehört zu den Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit auch, den Arbeitgeber bei Fragen der Gestaltung der Arbeitsplätze, des ‑ablaufs, der ‑umgebung und der Ergonomie zu beraten. Da diese Fragen in jedem beliebigen Betrieb relevant sind, muss jeder Arbeitgeber mindestens eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellen, welche auch im Betrieb angestellt sein kann. Die jährliche Einsatzzeit der Fachkraft richtet sich nach der Anzahl der Arbeitnehmer und dem Gefährdungspotential.

Alternativ kann bei Forschungsbetrieben bis 30 Mitarbeiter auch das ‚alternative Betreuungsmodell‘ nach DGUV V2 gewählt werden. Dies setzt eine regelmäßige Aus- und Weiterbildung eines ins Betriebsgeschehen aktiv eingebundenen Unternehmers voraus.

 

Planungsbegleitende Beratung und Nachhaltigkeit

Wozu dient ein Sicherheitskonzept?

Das Sicherheitskonzept beschreibt planungsbegleitend die Anforderungen der Arbeitssicherheit, die sich aus dem angestrebten Nutzungsprofil ergeben, und es unterstützt die Planer bei der Umsetzung baulich-technischer Maßnahmen für deren Erfüllung. Dadurch wird allen Beteiligten Rechtssicherheit gewährt und zeit- wie kostenintensiven Umbauten, Nachrüstungen oder Behelfslösungen vorgebeugt.

Zusätzlich ist das Sicherheitskonzept Bestandteil der Unterlagen für eine Nachhaltigkeitszertifizierung nach DGNB- und BNB-Standards.

Wozu dient ein Betriebskonzept?

Das Betriebskonzept fasst eine Vielzahl von betrieblichen Aspekten zusammen, beispielsweise die Gefahrstofflogistik, also die Anlieferung, Lagerung, den innerbetrieblichen Transport und die abschließende Entsorgung, sowie kurze Beschreibungen aller wichtigen Forschungstätigkeiten und der Räumlichkeiten. Ebenso enthalten sind Angaben zum Gebäude selbst, etwa zur Umsetzung der Versorgung mit Trink- und Brauchwasser, Elektrizität oder Gasen wie Sauer- oder Stickstoff. Wichtig ist auch die energetische Betrachtung unter Berücksichtigung vorhandener Großgeräte und der technischen Lüftung.

Das Betriebskonzept ist Bestandteil der Unterlagen für eine Nachhaltigkeitszertifizierung nach DGNB- und BNB-Standards.

 

Biologische Sicherheit

Was ist der Unterschied zwischen GenTSV und BioStoffV?

Die BioStoffV gilt ausnahmslos für sämtliche Tätigkeiten mit Biostoffen. Werden gentechnische Arbeiten durchgeführt, so gilt zusätzlich die GenTSV, welche teils weitergehende Anforderungen stellt.